Dez 122012
 

Jana Richter: DIE WECHSELWIRKUNGEN ZWISCHEN TOURISMUS UND URBANEM RAUM Funktionsprinzipien am Beispiel der räumlichen Entwicklung und der gegenwärtigen Ausprägung der Touristenmetropole Berlin. ibedim Verlag. Berlin, 2012. ISBN: 978-3838203270

scroll down for English version

(c) Ibidem Verlag

(c) Ibidem Verlag

DIE WECHSELWIRKUNGEN ZWISCHEN TOURISMUS UND URBANEM RAUM

Funktionsprinzipien am Beispiel der räumlichen Entwicklung und der gegenwärtigen Ausprägung der Touristenmetropole Berlin

Tourismus verändert die gebaute Welt, in der wir leben. In besonderem Maße gilt dies für den Städtetourismus. Doch dieser Einfluss ist aus Sicht der Architektur und des Städtebaus bislang kaum ansatzweise erforscht. Für Architekten und Planer ist Tourismus zudem ein eher unbeliebtes Aufgabengebiet. Sie assoziieren Tourismus mit Disneyfizierung und Kommerzialisierung und beschränken sich gern auf den Bau von Landmarks, Hotelresorts und Besucherleitsystemen.
Die vorliegende Studie füllt die vorhandene Forschungslücke und etabliert so Tourismus als stadtplanerische Chance. Sie untersucht die Wechselwirkungen zwischen touristischen und urbanen Raumfunktionen. Am Beispiel Berlins wird nicht nur die steigende Bedeutung des Städtetourismus sichtbar, sondern auch dessen einseitige Wahrnehmung als Wirtschaftsfaktor.

Demgegenüber zeigt eine geschichtliche Analyse die komplexen Entwicklungslinien von Tourismus- und Stadtentwicklung. Diese stellt Berlin nicht nur als Einzelfall dar, sondern macht auch den Einfluss von globalen technischen, zivilisatorischen und kulturellen Entwicklung auf den Städtetourismus vor Ort deutlich. Jana Richter stellt eine umfassende theoretische Matrix bereit, anhand derer die Schnittmenge von Tourismusentwicklung und Stadtplanung greifbar wird. Sie grenzt 26 raumbildende Funktionsprinzipien ab, die in einer Synthese von Tourismusforschung und konkreten Untersuchungsbeispielen – vor allem aus der jüngsten Entwicklung in Berlin – auf überregionale Allgemeingültigkeit zielen. So trägt sie dazu bei, ein bislang kaum genutztes Potential für die Stadtentwicklung fruchtbar zu machen.
Weitere Information zum Thema:

 

THE INTERACTION OF TOURISM AND URBAN SPACE

“Functional Principles” between Tourism and Urban Space – the Spatial Development of Tourism in the Tourist City Berlin

Tourism alters the built world that we live in. This is particularly the case for urban tourism. Yet, the influence of tourism on architecture and urban design has hardly been explored. For architects and planners tourism is an unpopular assignment. They associate tourism with Disneyfication and commercialization while confining their work to the design of landmarks, hotel resorts and route systems.
This study fills the research gap and establishes tourism as a catalyst for urban planning. It analyzes the interactions between tourist and urban functions in the context of the tourist city Berlin. The point of departure is the classification of urban approaches in the spatial sciences, especially in the social and cultural science fields. The Berlin case not only shows the growing impact of urban tourism, but also its one-sided perception as an economic factor.
Additionally, a historic analysis displays the complex development of tourism and urban development. Rather than portray Berlin as an isolated case, it demonstrates the influence of global, technical, anthropogenic and cultural influences on urban tourism in Berlin. On the basis of four spatially based phenomena („visually designed spaces“, „instrumentality of information“, „consumption of goods and services“ and „permanent movement“) a broad theoretical matrix is developed. With this matrix the subset of tourism and urban development is made tangible. 26 principles of spatial functions are defined that aim for interregional universality with the help of practical analysis objects. In doing so, this publication contributes critical insights into how to harvest the long neglected potential of tourism for urban development.